Steel, Daniella - Geliebte Schwestern

 

Geliebte Schwester von Danielle Steel ist ein emotionaler Familienroman, der das Leben von vier Schwestern und ihren Eltern in den Mittelpunkt stellt. Die Schwestern sind sehr unterschiedlich, aber jede auf ihre Weise außergewöhnlich erfolgreich: Eine arbeitet als Künstlerin, eine ist ein internationales Supermodel, eine erfolgreiche Anwältin und die vierte eine Filmproduzentin. Trotz Ruhm, Talent und beruflicher Erfüllung sind nicht alle von ihnen privat angekommen, einige leben ohne festen Partner und sind auf der Suche nach Nähe, Stabilität und einem erfüllten Privatleben. Die Eltern bilden dabei das verbindende Zentrum der Familie, das den Schwestern Halt und Orientierung gibt.


Ein tragischer Unfall reißt diese scheinbar gefestigte Familienwelt abrupt auseinander und verändert das Leben aller Beteiligten grundlegend. Von diesem Moment an rückt das Thema Verlust, Trauer und Neubeginn in den Vordergrund. Danielle Steel zeigt eindringlich, wie jede der vier Schwestern unterschiedlich mit dem Schicksalsschlag umgeht, wie alte Rollen hinterfragt werden und neue Prioritäten entstehen. Besonders überzeugend ist die Darstellung der engen Schwesternbindung, die in der Krise an Tiefe gewinnt. Der Roman lebt von seinen emotionalen Momenten und von der Botschaft, dass Erfolg und äußerer Glanz keinen Schutz vor Schmerz bieten, Familie aber eine entscheidende Kraftquelle sein kann.


Positiv fällt vor allem die klare, gut verständliche Sprache auf, die einen schnellen Lesefluss ermöglicht. Die vier Protagonistinnen sind deutlich voneinander abgegrenzt und erlauben verschiedene Identifikationsmöglichkeiten. Danielle Steel gelingt es, Themen wie Karriere, Selbstverwirklichung, Liebe und familiäre Verantwortung miteinander zu verbinden, ohne den emotionalen Kern der Geschichte aus den Augen zu verlieren. Die Veränderungen, die der Unfall im Leben der Schwestern auslöst, bilden überzeugend das Hauptthema des Romans und verleihen ihm Tiefe und Ernsthaftigkeit.


Als einziger negativer Punkt fällt auf, dass bestimmte Tatsachen und Gefühle mehrfach wiederholt werden. Informationen, die bereits klar vermittelt wurden, werden im Verlauf des Romans erneut betont, was stellenweise unnötig wirkt und den Lesefluss leicht bremst. Diese Wiederholungen wären nicht erforderlich gewesen, da die emotionale Aussage bereits beim ersten Mal verständlich ist.


Insgesamt ist Geliebte Schwester ein gefühlvoller, gut lesbarer Roman über familiären Zusammenhalt und die lebensverändernde Kraft eines einschneidenden Ereignisses. Wer emotionale Familiengeschichten mit starken Frauenfiguren schätzt, findet hier eine bewegende und zugleich tröstliche Lektüre.

 Thariot - Nebula Rising. Code Red

 

Nebula Rising 1: Code Red von Thariot ist ein temporeicher Science-Fiction-Roman und der Auftakt einer groß angelegten Space-Opera-Reihe. Die Geschichte spielt in einer fernen Zukunft, in der die Menschheit über zahlreiche Planeten verstreut lebt und von Konzernen, Militärstrukturen und künstlichen Intelligenzen beeinflusst wird.

Der Roman erzählt seine Handlung aus mehreren Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen, was dem Universum von Beginn an eine große Tiefe verleiht. Im Mittelpunkt stehen unter anderem das geheimnisvolle Mädchen Nebula, das unter extremen Umständen überlebt, die Ermittlerin Felicitas, die auf einem abgelegenen Planeten in einen komplexen Mordfall verwickelt wird, sowie der Marine Kenan, der Teil eskalierender militärischer Ereignisse wird. Eine besondere Rolle spielt dabei die künstliche Intelligenz Kono, deren Motive lange unklar bleiben und die das Geschehen maßgeblich beeinflusst.


Thariot gelingt es, diese verschiedenen Handlungsstränge zu einem dichten, spannenden Gesamtbild zu verweben. Das Erzähltempo ist hoch, die Geschichte bietet viele Wendungen und erzeugt früh das Gefühl, dass sich hinter den einzelnen Episoden ein weit größeres, bedrohliches Gesamtgeschehen verbirgt.

Besonders positiv fällt das umfangreiche Worldbuilding auf, das zahlreiche Planeten, politische Strukturen und technologische Konzepte umfasst, ohne dabei in langatmige Erklärungen abzurutschen. Die Vielzahl an Figuren sorgt für Abwechslung und Dynamik, verlangt jedoch auch Aufmerksamkeit, da der Einstieg durch die vielen Perspektivwechsel stellenweise anspruchsvoll ist und nicht alle Zusammenhänge sofort klar werden.

Fans sehr technischer, wissenschaftlich detaillierter Hard Science Fiction könnten die Erklärungen als zu knapp empfinden, da der Fokus klar auf Handlung, Figuren, Atmosphäre und Spannung liegt.

Doch der Roman überzeugt insgesamt durch seine Erzählweise, seine düstere Zukunftsvision und den gelungenen Aufbau einer komplexen Serienwelt.
Nebula Rising 1: Code Red ist ein spannender, ambitionierter Auftakt, der vor allem Leser anspricht, die actionreiche Science Fiction mit vielen Handlungsebenen und geheimnisvollen Figuren mögen. Der Roman weckt Neugier auf die Fortsetzung und legt ein solides Fundament für die weitere Entwicklung der Reihe.