Posts mit dem Label Gefängnis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gefängnis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

 Ella Zeiss - Der Hunger nach Leben

Über die Autorin: / Amazon

Ella Zeiss wurde 1980 in Alma-Ata / Kasachstan geboren. Im Alter von zehn Jahren zog sie als Aussiedlerin mit ihren Eltern und Großeltern in die Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie BWL und internationales Management an der Universität Münster und der Copenhagen Business School und arbeitete anschließend mehrere Jahre in der freien Wirtschaft. Jetzt wohnt sie in der Nähe von Köln und widmet sich hauptberuflich dem Schreiben. Mit ihrer authentischen Familiensaga »Tage des Sturms« gewann Ella Zeiss den Kindle Storyteller Award 2018.

Kurzbeschreibung: / Amazon

Ukraine 1930: Fassungslos muss der elfjährige Noah zusehen, wie sein Vater als Volksverräter verleumdet und verurteilt wird. Die Familie verliert alles, was sie je besaß. Von nun an versucht Noah alles, um seine Mutter und seine Geschwister vor dem Verhungern zu bewahren. Als er auf einem seiner Streifzüge Jakobine kennenlernt, wird sie sein Lichtblick in der harten Zeit. Auch wenn die Not groß ist, gibt er nie auf.

Zehn Jahre später hat Noah sich endlich eine sichere Zukunft erarbeitet und den Mut gefunden, um Jakobines Hand anzuhalten, da zwingt ihn das Schicksal erneut auf einen anderen Weg …

Meine Gedanken zu dem Roman:

Mit großer Freude habe ich den Roman von Ella Zeiss gelesen. Dabei handelt es sich um eine tragische Geschichte einer deutschen Familie in der Ukraine, doch der Handlungsort könnte ein beliebiger in Sowjetunion sein. Geschichtlich greif der Roman die 30er Jahre auf, wo die Sowjets an der Macht gewannen und eine allgemeine politische Umstrukturierung des Landes durchführten. In dieser Zeit geht es vermehrt um die Verfolgung sogenannten Volksfeinden. Dabei wurden die Hintergründe nicht groß ermittelt, die Menschen wurden auf härteste bestraft. Dazu reichte schon eine Denunzierung eines Nachbars. Politische Situation sah folgend aus: Die Menschen sollten keine eigene Meinung haben, und wenn doch, dann dürften die diese nicht bedenkenlos aussprechen. Die Menschen wurden zum Denunzieren ermutigt, und da war es ein Leichtes eine unsympathische Person an die Regierung zu liefern, mit verheerenden Folgen. Enteignung aller Leute stand auf dem Programm. Die Reichen dieser Welt jedoch blieben verschont. Die Religion wurde verboten und Gläubige wurden verfolgt. Hunger, Elend und Not herrschten im Land.

Die Familie von Noah hat extrem gelitten. Als der Vater als Volksfeind denunziert worden ist, ging es mit der Familie bergab. Kein Geld, keine Arbeit, kein Eigentum, kein Haus, keine freundliche Hilfe... Die Familie blieb buchstäblich ohne nichts. Der Hauptcharakter des Romans Noah war zu dem Zeitpunkt ein zehnjähriger Junge, der eine Bürde auf sich nahm, sich um die Familie zu kümmern. Schlimme, schwere und traurige Jahren standen der Familie bevor, als der Vater zu zehn Jahren Gefängnis und zehn Jahren Arbeitslager verurteilt wurde. Der Roman erzhält über das Leben von Noah und seiner Familie von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter.

Die Handlung des Romans erlebt der Leser mit den Augen eines auktorialen Erzählers, der sich auf die Sicht des Hauptcharakters konzentriert. Noahs kindlichen Erlebnisse sind erschreckend und ganz sicher keine leichte Kost. Dennoch ist es sehr spannend zu erleben, wie Noah sich entwickelt, welchen Weg er einschlägt, welche Ereignisse prägen sein Leben und das Leben seiner Familie. Der Roman ist weder pathetisch noch aufdringlich. Die Geschichte wird mit der gewissen Ruhe erzählt, was die Wirkung der Handlung um so stärker und emotionaler macht. Es ist kein Roman, der leicht ist, dafür aber absolut gut gelungen in seiner Traurigkeit, Ausweglosigkeit, und wahrheitsgemäßem Berichten. Dieses Buch geht zum Herzen. Man kann als Leser kaum glauben, wie böswillig und hinterhältig die Menschen sein können, doch man muss es glauben, denn es gibt zahlreiche Berichte über diese historische Zeit. Und die sind traurig. Sehr fesselnd und eindrucksvoll erzählt. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Empfehlung.

McGeorge, Chris - Four Walls - Nur ein einziger Ausweg


 

Über den Autor: /Amazon

Chris McGeorge erzählte schon als Kind mit Begeisterung Geschichten und zeichnete seine eigenen Comics. Er studierte Creative Writing an der City University London. Seinen ersten Thriller, »Dead Room«, reichte er dort als Master-Arbeit ein. Er ist ein großer Bewunderer von Klassikern wie Agatha Christie oder Arthur Conan Doyle und legt seine Geschichten gern als packende Mischung aus Alt und Neu an. Verwinkelte Plots mit überraschenden Wendungen sind seine Spezialität.

Kurzbeschreibung: / Amazon

Eine verschlossene Zelle. Ein kaltblütiger Mord. Und nur eine Verdächtige: Du»Four Walls – Nur ein einziger Ausweg« ist ein wendungsreicher Locked-Room-Thriller um eine junge Frau in einem immer unheimlicher werdenden High-Tech-Gefängnis.Lebenslänglich für einen brutalen Doppel-Mord, den sie nicht begangen hat: Cara Lockhart scheint in einem Alptraum festzustecken. Sie wird ins Hochsicherheits-Gefängnis »High Fern« gebracht, das als modernstes Frauen-Gefängnis Englands gilt. Hier gibt es keine Fenster, keinen Besuch, dafür High-Tech-Überwachung - und ungewöhnliche Freiheiten innerhalb der Mauern....

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt spannend, eine junge Frau wird wegen Doppelmord zu lebenslänglicher Strafe verurteilt und wird in ein neues modernes Gefängnis verlegt. Im Gefängnis angekommen, muss sie feststellen, dass es sich bei North Fern um ein High-Tech-Gefängnis handelt. Alles ist digitalisiert, die Überwachung perfekt... Doch einige sonderbaren Sachen fallen Cora schon von Anfang an auf. Das Gefängnis hat keine Fenster in den Zellen, stattdessen gibt es einen großen Bildschirm, das Naturbilder anzeigt. Außerdem sind keine Besucher erlaubt. Es gibt nur schriftliche Korrespondenz. Nach draußen kommen die Gefangenen auch nicht, die sind eingeschlossen, und müssen die Strafe in einem geschlossenen Gebäude verbringen...

Der Autor hat schon zwei Romane veröffentlicht, die ich auch mit Vergnügen gelesen habe. "Escape Room - Nur drei Sekunden" und "Der Tunnel - Nur einer kommt zurück".

In seinem neuen Roman erkennt man eindeutig den Erzählstil des Autors. Seine Romane zeichnen sich durch Vielfalt an Wendungen ab, kurze, überschaubare Kapitel, die zu der Spannung beitragen und ein Genre-Mix, wenn man das so nennen will. Ich finde, dass die gruseligen Elemente, die absolut bedrohliche, unheilvolle Stimmung, wie auch mystischen Momente, tragen dazu bei, dass seine Thriller zu was Besonderem werden.

Der Roman ist vielschichtig und bietet außer der gegenwärtigen Situation auch Einblicke in die Vergangenheit. Zugegeben, die Geschichte könnte um einige Seiten gekürzt werden, doch mir hat das Lesen des Romans großen Spaß gemacht. Für mich war es genau richtig.

Die Charaktere sind gut gezeichnet worden, doch man sollte wissen, dass der Roman sich um den Hauptcharakter dreht. Nur Cora ist wichtig und wird auch umfassend dargestellt.

Ein beklemmender und packender Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat.

Von mir gibt es eine Empfehlung und 4 Sterne.