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Lowitz, Carola/Mewe, Susanna - Harper Green

  Ausgezeichnete Unterhaltung. Dieser Kinder und Jugendroman ist mit Sicherheit auch für einige erwachsenen Leser von Interesse. Besonders für die Menschen, die ein Gefallen an übernatürlichen Dingen haben. Erzählt wird die Geschichte von einem Mädchen Harper Green, das im Alter von 16 Jahren eine übersinnliche Fähigkeit, und zwar Gedanken lesen, entwickelt. Ab da ist ihr altes, behütetes Leben für immer vorbei. Als Einziger, der von ihrem Zustand weiß, kommt ihr ein freundlicher und netter Junge Lucas zu Hilfe. Doch die Situation ist nicht so wie die scheint. Zusammen kommen die beiden Teenager einem Geheimnis auf der Spur, bei dem die Regierung eine bedeutsame Rolle spielt...

Der Roman hat mich voll und ganz überzeugt. Von dem Inhalt möchte ich nicht viel mehr erzählen, da dies die Spannung nimmt. Und das wäre schade, denn das Buch ist fesselnd erzählt und überrascht den Leser mit unerwarteten Wendungen. Sehr gut hat mir gefallen die Lösung für die übersinnlichen Kräfte der jungen Menschen, die nichts mit einem Zauber zu tun haben. Ich würde den Roman als Thriller bezeichnen. Das Verhalten von ungewöhnlichen Charakteren konnte ich gut nachvollziehen und mich in die Situation hineinversetzen. Besonders Harper Green beschäftigte mich und meine Emotionen. Sehr interessant fand ich die Handlungszeit in diesem Roman. Die Geschichte spielt zwar in 80er Jahren, dennoch ist es in einem gewissen Punkt Science Fiction. Auf jeden Fall sehr unterhaltsamer Roman, der sich als Pageturner lesen lässt. Action, Spannung und eine kleine Liebesgeschichte - eine schöne Mischung.

Jessamine Chan - Institut für gute Mütter

Über die Autorin:

Jessamine Chan studierte an der Columbia University und arbeitete bei PublishersWeekly. Ihre Kurzgeschichten erschienen in Tin House und Epoch. 2017 erhielt sie das Literaturstipendium der Elizabeth George Foundation für die Fertigstellung ihres Debütromans, der in den USA für über eine Million Dollar verkauft wurde. 2022 erschien er bei Simon & Schuster. Chan lebt mit ihrer Familie in Chicago.

Kurzbeschreibung:

Frida ist überfordert: Ihr Baby Harriet schreit und schreit und alles, wonach sich die alleinerziehende Mutter sehnt, ist eine halbe Stunde Ruhe und etwas Zeit für sich. Als sie das kleine Mädchen für eine Stunde unbeaufsichtigt zu Hause lässt, ruft ein Nachbar die Polizei. Was dann folgt, ist der Albtraum einer jeden Mutter: Frida verliert das Sorgerecht und wird in eine Besserungsanstalt gesteckt. Im Institut für gute Mütter soll sie mithilfe einer KI-Puppe lernen, was es heißt, eine gute Mutter zu sein. Ein Jahr totaler Überwachung, Strafen und unmenschlicher Lektionen nimmt seinen Lauf.

Meine Gedanken zu dem Roman:

Die Verkaufszahlen für diesen Roman in den USA sind beachtlich. Vermutlich liegt es daran, dass das Thema durchaus mit den Situationen und Empfindungen der Gegenwart verknüpft werden kann, auch wenn dies hier eine fiktionale Geschichte ist.

Die Hauptprotagonistin dieses Romans ist eine alleinerziehende Mutter, die sich vor Kurzem von ihrem Mann getrennt hat. Beide haben das Sorgerecht für die kleine Tochter. Doch die Aufgaben verteilen sich nicht gleich, um finanziell durchzukommen, muss Frida, die Mutter des Kindes, arbeiten. Außerdem hat sie den Haushalt zu führen, und das Kind großzuziehen. Kommt sicherlich vielen Müttern bekannt. Ganz im Stress, unendlicher Erschöpfung und Überforderung lässt Frida das kleine Mädchen allein zu Hause, für ganze zwei Stunden. Dies wird von den Nachbarn an die entsprechende Behörde weitergeleitet, und schon befindet sich Frida mit anderen Eltern, die Fehler gemacht haben, in einer Umerziehungsanstalt. Eltern, die sich Fehltritte geleistet haben, müssen hier an KI-Puppen, das richtige Handeln erlernen.

Diese Geschichte eignet sich hervorragend für Lesekreise oder gemeinsames Lesen im Bücherclub, denn die Palette an Gefühlen und Gedanken, die der Roman hervorruft, ist groß: Wut, Hilflosigkeit, Angst von der gläsernen Gesellschaft, Bevormundung seitens der Regierung, Einschränkung von Rechten, Angst zu versagen und und und... Wie weit darf die Regierung gehen, was ist moralisch richtig, was falsch? Über diesen Roman könnte man endlos diskutieren, denn ich bin mir sicher, dass alle Leser die prekäre Situation von der Hauptprotagonistin unterschiedlich bewerten.

Die Geschichte wird von Frida in der dritten Person erzählt. Was ich persönlich immer distanzierter und emotionsloser empfinde, als in der ersten Person. Außerdem fand ich, dass die Geschichte etwas länger brauchte, um in Fahrt zu kommen. Dennoch empfinde ich den Roman absolut als lesenswert. Und am besten in einer Gruppe, um die vielen Gedanken auch gleich besprechen zu können. Von mir gibt es gute 4 Sterne.