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 Gray, David - Instinct – Der Tod in den Wäldern

Erzählt wird eine dystopische Geschichte aus Europa in 100 Jahren. Die Menschheit will das Klima retten und errichtet dafür große Naturreservate, die nur für die Mitarbeiter, Hüter der Wälder und Parks, zugänglich sind. Menschen haben sich zum Leben in die modernen Metropolen zurückgezogen. Die Hauptdarstellerin der Geschichte Elena wird befördert und in einem Naturreservat als Wildhüterin an der Nähe zu der polnischen Grenze eingesetzt. In einem überwiegend männlichen Team wird es deutlich, dass auch in 100 Jahren es eine unterschiedliche Behandlung von Frau und Mann im Beruf und im Leben gibt. Aber das nur noch so am Rande. Die Aufgabe des Teams ist das Überwachen der Wildpopulationen und Kampf mit den Wilderern. Außerdem ist vor vier Jahren ein Teammitglied verschwunden, sein Verschwinden wirft immer noch Fragen auf, sodass Elena und ihr Kollege Antworten auf das Rätsel zu finden hoffen. 

Die Thematik des Romans fand ich sehr ansprechend, auch die sprachliche Anpassung an die neu dazugekommenen Wörter, Begriffe und Ausdrücke war durchaus interessant. Als Leser braucht man jedoch einen Moment, bis man sich mit den Begriffen vertraut gemacht hat. Zusätzlich kurze Erwähnungen über das Leben in der Zukunft, in der Metropole, religiöse Eigenheiten, neue Musik- und Modetrends fand ich sehr unterhaltsam. Allerdings hätte ich diese Themen ausführlicher begrüßt. Was mir jedoch nicht zugesagt hat, war die langsame Entwicklung der Geschichte. Bei dreihundert Seiten hätte der spannende Teil der Story viel eher beginnen sollen. Doch so auch nach 150 Seiten fand ich die Entwicklung viel zu gemächlich und ohne ausdrücklicher Spannung. Durchaus interessante Idee zu dem Roman und für Liebhaber der Thematik auf jeden Fall ein Gewinn.
 

 Matthias Elling- Trance


 

Über den Autor:

Matthias Elling ist ein deutscher Thrillerautor. Er studierte interaktives Design und verbale Kommunikation und arbeitet inzwischen hauptberuflich als Schriftsteller. Er lebt in Süddeutschland.Im Nachwort erfährt man weitere Details über den Autor und die Arbeit an diesem Roman.

Kurzbeschreibung:

Ein Hacker-Kollektiv, das sich im Kampf gegen den Klimawandel radikalisiert hat, plant einen fatalen Angriff, der viele Menschenleben kosten wird. Ihre Waffe: ein gecodetes Lied, das alle, die es hören, umgehend in den Suizid treibt. Werden ihre Forderungen nicht binnen einer Frist erfüllt, sind die Hacker bereit, ihr Todeslied global auszusenden. BND-Agent Danny Erichsen, der selbst ein Attentat der Gruppe nur knapp überlebt hat, macht Jagd auf die Strippenzieher. Ihm wird eine eigenwillige Ex-Agentin zur Seite gestellt, die bei einem Einsatz vor vielen Jahren ihr Gehör verloren hat. Doch bald ist die Hackergruppe nicht der einzige Gegenspieler der Agenten ... und die gesetzte Deadline rückt immer näher.

Meine Gedanken zu dem Roman:

Beim Wort „Hacker“ muss man mich nicht zweimal bieten, ein Buch zu lesen. Mache ich mit großer Freude und brennendem Interesse.

Doch wenn man sich das Thema auf der Zunge zergehen lässt, dann ist es um einen Thriller Liebhaber geschehen. Das muss man sich erst mal ausdenken: Ein Lied, eine Abfolge von Tönen dazu zu missbrauchen, um die Menschen in solche Ausweglosigkeit und Leere zu treiben, dass die sich freiwillig das Leben nehmen. Ich fand die Idee grandios. Nennt mich gerne sonderbar, doch die Vorstellung, dass die Töne so weit in das Bewusstsein eingreifen können, ist schon sehr beunruhigend.

In dem Roman übrigens wird zu dem Thema: Suizid, Bezug genommen, und der Leser erfährt, dass solche Lieder tatsächlich in der Geschichte schon gab, zwar nicht in dem vergleichbaren Ausmaß, doch recht brisant.

In der Geschichte geht es um eine Hackergruppe, die sich als Klimaaktivisten bezeichnet, und bereit ist, soweit zu gehen, die Menschheit bei ihrem Kampf zu opfern. 48 Stunden haben fast 200 Staaten, um zu einer Einigung zu kommen, und ein vernünftiges Konzept auszuarbeiten, um das Klima tatsächlich zu retten. Der Hauptcharakter Danny Erichsen der Geschichte hat ein bewegendes Leben hinter sich um bringt einiges an Erfahrung mit, um nach den Terroristen zu fanden. Sehr gut hat es mir gefallen, dass wir mal hier mit einem Agenten zu tun haben, der nicht über Zauberkräfte verfügt. Der Hauptteil der Story besteht aus actionreichen, abwechslungsreichen Handlungen, hauptsächlich Jagd nach den verantwortlichen Hacker und vielen unerwarteten Wendungen.

Auch wenn der Einstieg in die Geschichte für mich ausgesprochen spannend und interessant war, so fand ich das mittlere Teil etwas in die Länge gezogen. Ich hätte den Roman ein wenig gekürzt, denn die wiederholten Handlungen tragen nicht zu der fesselnden Unterhaltung bei. Doch davon gab es nicht allzu viele. Das Thema: Hacken wurde zwar angeschnitten und in etwa vorgestellt, doch ich wäre nicht abgeneigt, ausführlicher darüber zu lesen. Das ist allerdings rein persönliche Vorliebe.

Alles in allem ein gelungener Roman zu einem ungewöhnlichen Thema, den ich gerne an die Liebhaber empfehlen würde.

Versuch einer neutralen Bewertung: Dieser Unterhaltungsroman ist Matthias Elling definitiv gut gelungen. Ich bin gespannt, welche Ideen dem Autor in der Zukunft noch einfallen. Temporeiche und fesselnde Handlung. Es gibt 4,5 Sterne.  

Mein persönliches Empfinden: Da ich von der Idee fasziniert war, hätte ich mehr fachliches Wissen und Recherche gewünscht, und zwar zu allen Themen des Romans. Doch recht unterhaltsam fand ich die Geschichte auf jeden Fall. Von mir gibt es 4 Sterne. 

 John Ironmonger - Der Eisbär und die Hoffnung auf Morgen

Über den Autor:

John Ironmonger kennt Cornwall und die ganze Welt. Er wuchs in Nairobi auf und zog im Alter von 17 Jahren mit seinen Eltern in den kleinen englischen Küstenort, aus dem seine Mutter stammte. John promovierte in Zoologie; nach Lehraufträgen wechselte er in die internationale IT-Branche. Schon immer hat er geschrieben; seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt. Inspiriert zu »Der Wal und das Ende der Welt« haben ihn unter anderem die biblische Geschichte von Jonas und dem Walfisch, das Werk des Gesellschaftsphilosophen Thomas Hobbes, Jared Diamonds Sachbuch »Kollaps« und viele andere Quellen der Phantasie und des Zeitgeschehens. John Ironmonger lebt heute in einem kleinen Ort in Cheshire, nicht weit von der Küste. Er ist mit der Zoologin Sue Newnes verheiratet; das Paar hat zwei erwachsene Kinder und zwei kleine Enkel. John Ironmongers Leidenschaft ist die Literatur – und das Reisen auf alle Kontinente.

Kurzbeschreibung:

 In dem gemütlichen Pub eines winzigen Fischerdorfes in Cornwall kommt es am Mittsommerabend zu einer folgenreichen Zukunftswette zwischen einem Studenten und einem Politiker. Werden bald auch die 307 Bewohner des Dorfes zu spüren bekommen, wovor die Welt noch die Augen verschließt? Wird das Haus des Politikers in 50 Jahren vom Meer verschlungen werden? John Ironmonger erzählt von der dringendsten Aufgabe unserer Zeit, von einer Reise in die Arktis, von zwei schicksalhaft verbundenen Leben und nicht zuletzt von der großen Frage: Können aus Gegnern Verbündete werden, wenn es um unser aller Zukunft geht?

Meine Gedanken zu dem Roman:

Die Geschichte ist denkbar einfach: Alles beginnt mit einer Wette. Gegenstand dieser Wette zwischen dem jungen Studenten Tom und dem Klimawandelleugner und Politiker Causley, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die Erzählung umfasst viele Jahre, im Grunde genommen ein Menschenleben. Klimawandel ist DAS Thema dieses Romans. Die Charaktere sind absolut glaubhaft dargestellt: sowohl die Klimaaktivisten als auch die Politiker und Medien. 

Erschreckend viele Parallelen gibt es in dieser Geschichte mit unserer aktuellen Zeit. Die Stimmung ist sehr drückend, düster und leider, hoffnungslos. Wobei der Titel lässt, was anders vermuten. Ich habe den Roman dennoch als sehr deprimierend erlebt. Die beschriebene Probleme der Klimawandel sind gut getroffen, und aus der Realität nicht mehr wegzudenken, doch die Grundstimmung empfand ich als belehrend. Was mir selbstverständlich nicht so gut gefallen hat. Doch dies ist nur ein kleiner Kritikpunkt zu dieser Geschichte, alles in allem fand ich den Roman sehr gut.

Ich habe das Buch als Hörbuch genießen können. Und kann mir sehr gut vorstellen, dass die Bewertung bei einem Hörbuch höher ausfällt, denn der Sprecher dieses Hörbuch, Johann von Bülow, hat es sehr gut gemacht. Er konnte sowohl die Charaktereigenschaften der Protagonisten durch seine Stimme betonen, als auch die Stimmungen lebhaft und glaubhaft vortragen. Das Hörbuch dauert über 10 Stunden und ist ungekürzt. Sehr zu empfehlen.