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Kang, Han - Die Vegetarierin

  Das bisher bekannteste Werk der Literaturnobelpreisträgerin Han Kang wollte ich natürlich mir nicht entgehen lassen.
Yong-Hye lebt mit ihrem Ehemann in Südkorea. Sie ist eine stille, zurückhaltende und eher unscheinbare Frau, was ihrem Mann sehr recht ist, denn deshalb hat er sie schließlich geheiratet. Was recht unauffällig und unaufgeregt beginnt, steigert sich ins Groteske. Eines Tages beschließt Yong-Hye kein Fleisch mehr zu essen, die Folgen dieser Entscheidung sind gravierend. Seitens der Familie Unverständnis, Wut und Übergriffigkeit. Auch der weitere Verlauf dieser Geschichte ist alles andere als annehmbar: Verstörend, irritierend und kompromisslos. Hilflosigkeit und Überforderung machen sich im Umgang mit der Protagonistin breit. Kein Wohlfühlbuch, denn die psychischen Abgründe aller Beteiligten machen sich breit...
Lesenswertes Buch, dennoch bleibt es schwer verdaulich. Tiefe Traurigkeit begleitete mich während des Hörens dieser Geschichte.
Das Hörbuch dauert knapp 5, 5 Stunden und lässt sich sehr gut hören. Besonders gut haben mir die Vorleser Rike Schmid, Devid Striesow, Thomas Loibl gefallen. Jeder brachte eine besondere Note mit sich, sodass man sich auf drei Haupteile des Romans gut einstellen konnte. Ruhige, unaufgeregte Stimmen bildeten zu der Handlung einen angenehmen Gegenpol. Das Hörbuch ist unbedingt zu empfehlen.

 Schubert, Christian - Geometrie der Seele

Die Kurzbeschreibung zu diesem Sachbuch hat mich sofort angesprochen. Da ich mich generell für Psychologie und das Seelenleben interessiere, war das Lesen dieses Buchs für mich eine richtige Entscheidung. Der Autor teilt seine Gedanken und Erfahrungen mit, die nicht alle neu und innovativ sind, doch in seiner Trefflichkeit überzeugen. Bestimmte, häufig unbewusste Strukturen bestimmen die Denk- und Handlungsweise des Menschen. Das ist so weit bekannt, doch anhand einiger Beispiele und Denkanstößen, bringt der Autor den Leser dazu, eigenes Dasein kritischer und genauer zu betrachten und eventuell auch überdenken. So erging es zumindest mir. Ich konnte einige Ideen als nützlich für mich einstufen. Leider hat mir der Erzählstil nicht ganz so gut gefallen, wie die Thematik. Teilweise zäh und zu nüchtern, wobei dies häufig bei Sachbüchern der Fall ist. Alles in allem ein lesenswertes Buch.


 Roer, F. K. - Ich wollte Odin sein

 


Über die Autorin:

F. K. Roer ist ein Pseudonym von Birgit Arnold. Birgit Arnold wuchs im bayerischen Fünfseenland auf. Schon immer war ihr die Nähe zu Natur und Heimat wichtig. Nach ihrem Studium der Europäischen Betriebswirtschaftslehre war sie lange im Finanzbereich tätig, bis sie sich auf ihre wahre Leidenschaft besann, und ihr Hobby zum Beruf machte. Sie nahm Sprech- und Schauspielunterricht und arbeitet heute hauptberuflich als Sprecherin und Sängerin. Durch das Schreiben verbindet sie ihre Leidenschaften Natur, Heimat und die Arbeit an Texten.

Kurzbeschreibung:

Eigentlich wollte Helmut nach Norwegen reisen, um zu sich selbst zu finden. Doch während er sich immer mehr seiner Umwelt und den Kräften der Natur gegenüber öffnet, driftet seine Psyche ab. Seine inneren Dämonen setzen ihm zu, bis er denkt, das Böse hätte durch ihn Zutritt in unsere Welt gefunden.

Meine Gedanken zu dem Roman:

Für Nora, eine der Hauptcharaktere des Romans gibt es ein wunderschöner Ort am Seeufer, an dem sie Ruhe finden kann. Mitten im Wald, nahe dem Wasser, an ein Baum gelehnt, kann sie ihren Gedanken freien Lauf lassen und sich ein wenig von dem Leben, das für sie schwierig erscheint, erholen. Eines Tages als sie zu ihrem Lieblingsplatz kommt, sieht sie einen Mann, der sich genau auf der Stelle, wo sie immer sitzt, erhängt hat. Dieses tragisches Ereignis nimmt sie verständlicherweise mit und sie ist entschlossen mehr über diese Person herauszufinden. So beginnt die Suche nach der Wahrheit und ihre "Bekanntschaft" mit dem Verstorbenen...

Als ich las, dass die Autorin in diesem Roman einen Bezug auf die nordische Mythologie nimmt, war ich sofort Feuer und Flamme. Sehr neugierig habe ich mich ans Lesen gemacht. Doch der Anfang der Geschichte hat meine Begeisterung schon mal deutlich ausgebremst. Die Geschichte beginnt zwar gut verständlich bei all der Komplexität, doch nach meinen Begriffen, wenig spannend. Dennoch wollte ich gerne mehr erfahren.

Der Roman führt in die seelischen Tiefen und Abgründe der Protagonisten, die psychische Problemen haben. Sensibel beschreibt die Autorin die Problematiken, die das Hauptthema des Romans ausmachen. Es wird auch tatsächlich Bezug auf die nordische Mythologie genommen. Dieser Teil der Geschichte ist sehr gut recherchiert dargestellt und scheint für die Autorin von großem Interesse zu sein. Auch die Naturbeschreibungen sind erwähnenswert.

Der Roman wird aus der Sicht von zwei Hauptdarstellern erzählt, in Ich-Form. Und da komme ich zu meinen Problemen mit der Geschichte. Ich konnte mich mit dem Erzählstil des Romans nicht anfreunden. Ich fand es hölzern und leider nicht fließend. Das Sprunghafte zwischen den Szenen, zwischen den verworrenen Gedanken der Charaktere schien etwas konfus zu sein und störte den Lesefluss. Ich muss gestehen, dass bei mir der Funke nicht rübersprang. Dabei freute ich mich sehr auf diese Geschichte, da auch die Teile der Mythologie gut in die Story eingebunden waren. Wirklich hineingekommen in den Roman bin ich bedauerlicherweise nicht. Dieses Buch würde ich einem Publikum empfehlen, das bereit ist, sich für die anderen Welten zu öffnen und sehr tief in die menschliche Psyche einzutauchen.