Jean, Emiko - Mika im echten Leben
Über die Autorin:
Emiko Jean ist eine vom
unabhängigen Buchhandel in den USA als Indie Next Pick ausgezeichnete
Jugendbuchautorin. Sie lebt in Washington State mit ihrem Mann und ihren
Kindern (liebreizende Zwillinge). Und, ja, sie liebt den Regen dort. Im
Juni 2023 erschien ihr Buch "Mika im echten Leben".
Kurzbeschreibung:
Mika
Suzukis Leben ist eine ziemliche Katastrophe: Ihre letzte Beziehung ist
implodiert, für ihre Eltern ist sie eine konstante Enttäuschung und vor
Kurzem wurde sie auch noch gefeuert. Doch ein Anruf ändert plötzlich
alles: Ihre 16-jährige Tochter Penny, die sie als junges Mädchen zur
Adoption freigeben musste, meldet sich überraschend und möchte ihre
leibliche Mutter kennenlernen. Doch Mikas Leben ist alles andere als
präsentabel und so erfindet sie spontan einige neue Aspekte hinzu, malt
ihren Alltag in den schillerndsten Farben, erfindet einen gutaussehenden
Freund, eine stylische Wohnung. Doch als Penny ihren Besuch ankündigt,
gerät Mika in Panik. Wo soll sie das wundervolle Leben, von dem sie
erzählt hat, nur herbekommen …
Meine Gedanken zu dem Roman:
Dieses
Buch wollte ich unbedingt als Hörbuch hören, da ich die Erfahrung
gemacht habe, dass humorvolle, komische Geschichten bei mir als
Hörbücher besser ankommen. Ich hatte recht. Dieses Hörbuch, vorgetragen
von Vanida Karun von Argon Verlag, ist absolut gut gelungen und hat mich
voll und ganz überzeugt.
Doch der Reihe nach. Mika
Suzukis ist eine junge Frau, japanischer Abstammung, die von einer
herrischen und überkritischen Mutter erzogen worden ist und als eine
unsichere Person in das Erwachsenenleben entlassen wurde. Sie träumt von
einem Studium und Beruf als Malerin, hat dafür auch das nötige Talent,
doch das Schicksal spielt ihr übel mit. Mika wird ungewollt schwanger,
hat keinerlei Unterstützung und es scheint, dass es nur ein einziger
Ausweg für ihre Situation gibt: Sie muss das Kind zu Adoption freigeben.
Ab da läuft Mikas ganzes Leben schief. Eines Tages meldet sich das
adoptiertes Mädchen bei Mika und möchte ihre leibliche Mutter
kennenlernen. Auch wenn Mikas Herz vom Glück höher schlägt, so fürchtet
sie ihrer Tochter ihr wahres Leben zu präsentieren, und erschafft eine
Lügengeschichte, um Penny zu beeindrucken. Ob das gut geht?
Die
Geschichte, die zunächst sich oberflächlich und nicht allzu tiefsinnig
anhört, entwickelt sich zu einer ans Herz gehenden Story, die zum
Nachdenken anregt. Die Situation in der Mika steckt, könnte jeder jungen
Frau passieren, und ich schätze mal, die lässt auch keinen Leser,
insbesondere denke ich da an die Frauen, kalt. Traurig und teilweise
tragisch verläuft das Leben von Mika. Wie viel vergeudete Potenzial, wie
viele unglückliche Erinnerungen, wie viele verpasste Glücksmomente...
Doch
die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hat auch was Gutes, die
führt zu den neuen Erkenntnissen und neuem Selbstwertgefühl. Die
Geschichte von Mika hat mir sehr gut gefallen. Realitätsnah, auch wenn
stellenweise überzogen, was dem Genre geschuldet ist, und in die
Geschichte sehr gut passt, plastisch und glaubwürdig wird die Geschichte
von Mutter und Kind erzählt. Abwechslungsreich, kurzweilig und sehr
lebendig. Schwierige Themen in eine lockere Darstellung verpackt.
Eine
schöne Sommer-Lektüre, die ich als Hörbuch empfehlen würde. Die
Sprecherin Vanida Karun hat mir besonders gut gefallen: eine lebhafte,
emotionale, klare Stimme, die wohl klingt. Das Hörbuch dauert 12 Stunden
32 Minuten, wobei keine Minute langweilig ist.
Versuch
einer neutralen Bewertung: Für das Genre: „Humorvolle Literatur“ ist
das Hörbuch sehr gut gelungen, sowohl von dem Inhalt her, als auch von
der Darbietung. Wichtige Themen in einer leichten Form angesprochen. 5
Sterne.
Mein persönliches, subjektives Urteil: 4,5 Sterne, viel Vergnügen und eine Empfehlung.