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Hefter, Martina -  Hey guten Morgen, wie geht es dir?

Mit großer Spannung habe ich das Gewinnerbuch des Deutschen Buchpreises in die Hand genommen. Genauso groß ist auch meine Enttäuschung. Der Roman im Ganzen ist an Belanglosigkeit nicht zu überbieten. Von der Thematik her absolut notwendig und enorm wichtig: Traurigkeit der Einsamkeit, Anforderungen eines Lebens als pflegende Person eines Angehörigen, Gefahren des Internets. Erzählt wird die Geschichte eine Frau namens Juno, die sich um ihren kranken Mann Jupiter kümmert. Eintönigkeit, Schlaflosigkeit und Unzufriedenheit bestimmen ihr Leben. Die distanzierte Erzählart ließ es nicht zu, die Protagonisten auf der emotionalen Ebene verstehen zu können. Der Roman ist leblos und farblos. Das Thema hat an sich enormen Potenzial, doch um die Situation eindrucksvoll vermitteln zu können, sollte man tiefergehender mit den Charakteren auseinandersetzen. Die Fülle von sinnlosen, inhaltsleeren Chatverläufe haben den Roman nicht mit Leben gefüllt, sondern in all der Unbedeutsamkeit verstärkt. Die Assoziation zu den antiken Sagengestalten hatte einen guten Ansatz, doch blieb oberflächlich. Unbegreiflich, wie dieser Roman zu der Auszeichnung kam. Die Ausgangsthematik verdient Aufmerksamkeit, allerdings auch Erzählkünste, um die dem Leser gehaltvoll zu präsentieren. Aber liest es selbst.

 Marrs, John - Der Feind in ihrem Haus

Connie, eine Frau mittleren Alters, kümmert sich um ihre demenzkranke Mutter. Die Aufgabe ist alles andere als leicht. Gwen ist schwierig, manchmal aggressiv und nicht leicht zu überreden, der Anweisungen zu folgen. Doch ihrer Tochter gibt das Beste. Eines Tages findet sie im Garten ihrer Mutter einen fremden, gutaussehenden Mann, vor. Der wurde von einer sozialen Einrichtung als ehrenamtlicher Helfer zu Gwen geschickt. Nach und nach übernimmt er die Regie in dem Haus ihrer Mutter. Auch wenn Connie äußerst misstrauisch ist, kann sie nicht dagegen unternehmen. Als Gwenn den Hausschlüssel dem Paul überlässt, wird die Situation immer schwieriger. Die Alarmglocken bei der Tochter werden immer lauter... 

Hier haben wir gewohnt einen spannenden Psychothriller von John Marrs. Das Buch ist eher einfach geschrieben, sodass man ohne Anstrengung und Nachdenken den Roman durchsuchten kann. Die Kapitel sind kurzgehalten, was für die Abwechslung sorgt und berichten aus der Sicht verschiedener Personen. Alles in allem gelungenes kurzweiliges Buch, das durchaus durch die unerwarteten Wendungen fesselt.