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Rosenberger, Pia -  Colette

Die historische Person Sidonie-Gabrielle Colette fand ich immer schon sehr interessant. Eine französische Autorin, die einiges dazu beitrug, sich mit der Rolle der Frau auseinander zu setzen. Ihre unkonventionelle Art war zu der Zeit nicht selbstverständlich. Ihre Romane setzten sich mit Frauenschicksalen auseinander. Dieser biografische Roman beginnt mit den jungen Jahren der Autorin. Als die Familie in finanziellen Schwierigkeiten steckt, bleiben Colette nach der Schule nur zwei Wege offen, entweder als Lehrerin tätig werden oder heiraten. Beides ist nicht in Coletts Interesse. Ihre Träume gehen in eine andere Richtung, sie möchte kreativ tätig sein und eine Spur im Leben hinterlassen. Ein aufregendes Leben beginnt... 

Der Roman über das Leben von Colette bietet sehr viel Material dem Leser. Was auch verständlich ist, denn Colette hatte ein bewegtes Leben geführt. Mit 400 Seiten ist der Roman gerade richtig, doch für das ganze Leben der Schriftstellerin bräuchte man mehr Seiten. Daher fand ich es ganz gut, dass die Autorin sich nur auf die Anfänge des Lebens der berühmten Frau konzentriert hat. Erzählstil des Romans ist lebendig und bildhaft. Die Beschreibungen des Lebens fesselnd und wecken weiteres Interesse. Eine tolle biografische Geschichte einer mutigen, talentierten Frau mit reicher Lebenserfahrung. Sehr zu empfehlen.

Benedict, Marie - Das verborgene Genie

  Viele intelligenten und fähigen Frauen haben große Leistungen in der Geschichte vollbracht, doch leider wurden die nicht gewürdigt, übergangen oder in ihren Forschungen bestohlen. Nur wenigen Personen in der Geschichte ist es gelungen, in ihren Entdeckungen und großartigen Leistungen anerkannt zu werden. Um so schöner ist es, dass in der modernen Literatur immer wieder Personen aufgegriffen werden, über die zu berichten, es notwendig ist, damit das Wissen über die Leistungen und Erfolge dieser Frauen nicht verschwindet. Dieser Roman ist einer Frau gewidmet, die erst spät nach ihrem Tod mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Diese Geschichte erzählt vom Leben von der Dr. Rosalind Franklin. 

Der Roman ist in Ich-Perspektive erzählt, was ich persönlich sehr schätze, da ich es dadurch leichter finde, mich in die Protagonisten zu versetzen. Die Geschichte scheint sehr gut recherchiert zu sein, nicht nur zu der Tätigkeit der Dr. Franklin, sondern auch zu ihrem Charakter. Wissenschaft im Allgemeinen ist auch Kampf um die Mittel, um den Fortschritt, um die Entdeckung und Ehre für den Wissenschaftler. Man muss schon über einige Charaktereigenschaften verfügen, die einen konkurrenzfähig machen. Die Hauptprotagonistin des Romans verfügte leider nicht über diese. Man könnte sie in dieser Hinsicht ein wenig naiv bezeichnen. Doch die Geschichte einer Frau, die man als Genie betrachten kann, lohnt sich auf jeden Fall selbst zu lesen. Nicht nur informativ ist der Roman interessant, sondern auch erzählerisch. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

Schmitt, Manuel - Godmode. Der Videospiel-Prophet 

 

Der Debütroman von Manuel Schmitt, eine Hommage an die Computerspiele, wurde von Louis Friedemann Thiele vorgetragen. Die Stimme des Sprechers ist im Fernseher und Radio bekannt. Zahlreichen Schauspielern gab er schon seine Stimme, die ich sehr angenehm fand. Das Hörbuch dauert fast 9 Stunden, wird lebhaft und temporeich vorgetragen.


Bei "Godmode" hatte ich das Vergnügen nicht nur das Hörbuch zu hören, sondern auch das Ebook abwechselnd zu lesen. Ich mag es sehr gerne, wenn unterschiedliche Sinnen angesprochen werden. Und in diesem Fall muss ich sagen, dass mir das Hörbuch sogar noch besser gefallen hat, als das Buch.
Passend zu diesem sich rasch entwickelten Szenario wird der Text lebendig und energisch vorgetragen.


In dem Roman geht es um einen jungen Mann, der sich einen Namen in der Gamingszene gemacht hat. Jeder kennt Orkus666, der einen Erfolg nach dem anderen feiert. Sein Reichtum und unbeschwertes Leben, in dem er praktisch seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht, sind für viele Mitmenschen beneidenswert. Doch eines Tages passiert etwas. Neil wacht in einer Welt auf, in der kein Mensch was von Computerspielen weiß. Die gibt es schlicht und ergreifend nicht.


Die Geschichte es temporeich und für die Liebhaber der Thematik auf jeden Fall interessant, denn es geht nicht nur um den Hauptcharakter und seine Entwicklung, sondern es gibt auch reichlich Informationen aus der Branche.


Der Debütroman weist zwar noch einige Schwächen auf, doch ich bin froh, das Buch gelesen zu haben. Durchaus unterhaltsam und an die Interessierte zu empfehlen. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

 Steinborn, Margit - Einen Herbst und einen Winter lang


Dieser Roman erscheint am 13. Juni 2023

Über die Autorin:

Margit Steinborn wurde 1964 geboren und ist in einem kleinen Ort in Bayern aufgewachsen. Seit dem Abschluss ihres Fremdsprachenstudiums arbeitet sie als Übersetzerin und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main. In ihrer Freizeit begeistert sich die Autorin für Musik, Geschichte, Malerei und Literatur. Mit ihren historischen Reihen »Eine neue Hoffnung« und »Gut Benhaim« hat sie Tausende von Lesern begeistert. »Einen Herbst und einen Winter lang« ist der Auftakt zu ihrer neuen, bewegenden Familiensaga »Stadtlichter«.

Kurzbeschreibung:

Berlin, 1908. Nirgendwo sonst prallen die sozialen Gegensätze der Klassengesellschaft so aufeinander wie hier: Die Oberschicht feiert rauschende Feste, während die Arbeiterschaft in ärmlichen Verhältnissen ihr Leben fristet.

Nach einem Unfall des Vaters in der Maschinenfabrik Wittmann droht Isa und ihrer Familie das soziale Elend. Doch die kämpferische Isa gibt sich nicht geschlagen. Unter den wachen Augen des gewitzten Nachbarsjungen Viktor gehen sie und ihr kleiner Bruder Moritz zum Alexanderplatz, um zu betteln. Ein tragisches Ereignis führt Isa dort eines Tages mit dem zwei Jahre älteren Henning Wittmann zusammen. Sie ahnt nicht, dass auch das Leben des Industriellensohns seine Schattenseiten hat, und obwohl sie weiß, dass Welten zwischen ihr und dem hilfsbereiten Jungen liegen, hofft sie, ihn wiederzusehen...

Meine Gedanken zu dem Roman:

Dies ist ein guter Auftakt zu einer Familiensaga "Stadtlichter", die als Hauptthema die Kluft zwischen Reich und Arm am Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin, hat. Wobei die Unterschiede zwischen bedürftigen Menschen und Menschen, die nie Geldsorgen hatten, sind wohl in jedem Jahrhundert gleich. O:-) Das Leben für kleine Isa und Moritz hat nichts Gutes parat. Schon mit 8 Jahren muss das kleine Mädchen, das früh erwachsen werden musste, für die Nahrung sorgen. Die Wege, um an etwas Geld heranzukommen, sind nicht immer ehrenhaft. Zu gleicher Zeit wird die Familie eines erfolgreichen Fabrikanten dargestellt, wo die Kinder Roman, Henning und Lotta nie finanziellen Sorgen hatten, doch Geld allein macht nicht glücklich. So hat der jüngste Sohn des bekannten Unternehmers ganz viel Gespür für soziale Belange, mit viel Mitgefühl begegnet er der Armut, und überlegt sich von klein auf, wie man den armen Menschen, vor allem Kindern, auf Dauer helfen könnte. In seiner Familie erfährt er deswegen jedoch nur Kritik und Ablehnung.

Die Wege von Isa und Henning kreuzen sich auf tragische Weise, und hier beginnt die eigentliche Geschichte...

Der Roman ist flüssig erzählt, in einer angenehmen, an die historische Zeit angepassten, Sprache und von der Thematik her fand ich ihn interessant. Dieser Art von Geschichten wird häufig als seicht bezeichnet, was ich grundsätzlich ablehne, denn das Wort ist inzwischen doch sehr negativ belegt. Die Geschichte an sich ist recht einfach gehalten, überraschende Wendungen sucht man vergeblich. Dennoch hatte ich meine Freunde an dem Roman, denn er hat mich gut unterhalten und emotional bewegt.

Auch wenn die Charaktere eher stereotyp für die Thematik gezeichnet sind, schloss ich diese ins Herz, und verfolgte mit Interesse, was aus den Protagonisten wird, und wie die mit den vielen schwierigen Situationen ihres Lebens umgehen. Dieser Roman eignet sich hervorragend zu angenehmen, entspannten Lesestunden an einem warmen Sommerabend, ohne groß die Leser zu beanspruchen.

Ich habe die Geschichte mit großem Vergnügen gelesen.

Versuch einer neutralen Bewertung für diesen Roman: Ich würde das Buch mit :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: 4,5 Sternen bewerten und an eine bestimmte Gruppe der Leserschaft empfehlen. Die Beschreibung und das Cover vermitteln sehr gut den Eindruck, was man unter diesem Werk erwarten darf. Auch die Leser dieser bekannten Autorin würden mit dem Roman sehr zufrieden sein. :thumleft:

Meine persönliche Empfindung und Bewertung: Diese Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Die bleibt vermutlich nicht in Erinnerung, doch ich möchte sehr gerne wissen, wie es weiter geht. Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: 4 Sterne.