Dieser Roman erscheint am 13. Juni 2023
Über die Autorin:
Margit
Steinborn wurde 1964 geboren und ist in einem kleinen Ort in Bayern
aufgewachsen. Seit dem Abschluss ihres Fremdsprachenstudiums arbeitet
sie als Übersetzerin und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von
Frankfurt am Main. In ihrer Freizeit begeistert sich die Autorin für
Musik, Geschichte, Malerei und Literatur. Mit ihren historischen Reihen
»Eine neue Hoffnung« und »Gut Benhaim« hat sie Tausende von Lesern
begeistert. »Einen Herbst und einen Winter lang« ist der Auftakt zu
ihrer neuen, bewegenden Familiensaga »Stadtlichter«.
Kurzbeschreibung:
Berlin,
1908. Nirgendwo sonst prallen die sozialen Gegensätze der
Klassengesellschaft so aufeinander wie hier: Die Oberschicht feiert
rauschende Feste, während die Arbeiterschaft in ärmlichen Verhältnissen
ihr Leben fristet.
Nach einem Unfall des Vaters in der
Maschinenfabrik Wittmann droht Isa und ihrer Familie das soziale Elend.
Doch die kämpferische Isa gibt sich nicht geschlagen. Unter den wachen
Augen des gewitzten Nachbarsjungen Viktor gehen sie und ihr kleiner
Bruder Moritz zum Alexanderplatz, um zu betteln. Ein tragisches Ereignis
führt Isa dort eines Tages mit dem zwei Jahre älteren Henning Wittmann
zusammen. Sie ahnt nicht, dass auch das Leben des Industriellensohns
seine Schattenseiten hat, und obwohl sie weiß, dass Welten zwischen ihr
und dem hilfsbereiten Jungen liegen, hofft sie, ihn wiederzusehen...
Meine Gedanken zu dem Roman:
Dies
ist ein guter Auftakt zu einer Familiensaga "Stadtlichter", die als
Hauptthema die Kluft zwischen Reich und Arm am Anfang des 20.
Jahrhunderts in Berlin, hat. Wobei die Unterschiede zwischen bedürftigen
Menschen und Menschen, die nie Geldsorgen hatten, sind wohl in jedem
Jahrhundert gleich.
Das Leben für kleine Isa und Moritz hat nichts Gutes parat. Schon mit 8
Jahren muss das kleine Mädchen, das früh erwachsen werden musste, für
die Nahrung sorgen. Die Wege, um an etwas Geld heranzukommen, sind nicht
immer ehrenhaft. Zu gleicher Zeit wird die Familie eines erfolgreichen
Fabrikanten dargestellt, wo die Kinder Roman, Henning und Lotta nie
finanziellen Sorgen hatten, doch Geld allein macht nicht glücklich. So
hat der jüngste Sohn des bekannten Unternehmers ganz viel Gespür für
soziale Belange, mit viel Mitgefühl begegnet er der Armut, und überlegt
sich von klein auf, wie man den armen Menschen, vor allem Kindern, auf
Dauer helfen könnte. In seiner Familie erfährt er deswegen jedoch nur
Kritik und Ablehnung.
Die Wege von Isa und Henning kreuzen sich auf tragische Weise, und hier beginnt die eigentliche Geschichte...
Der
Roman ist flüssig erzählt, in einer angenehmen, an die historische Zeit
angepassten, Sprache und von der Thematik her fand ich ihn interessant.
Dieser Art von Geschichten wird häufig als seicht bezeichnet, was ich
grundsätzlich ablehne, denn das Wort ist inzwischen doch sehr negativ
belegt. Die Geschichte an sich ist recht einfach gehalten, überraschende
Wendungen sucht man vergeblich. Dennoch hatte ich meine Freunde an dem
Roman, denn er hat mich gut unterhalten und emotional bewegt.
Auch
wenn die Charaktere eher stereotyp für die Thematik gezeichnet sind,
schloss ich diese ins Herz, und verfolgte mit Interesse, was aus den
Protagonisten wird, und wie die mit den vielen schwierigen Situationen
ihres Lebens umgehen. Dieser Roman eignet sich hervorragend zu
angenehmen, entspannten Lesestunden an einem warmen Sommerabend, ohne
groß die Leser zu beanspruchen.
Ich habe die Geschichte mit großem Vergnügen gelesen.
Versuch einer neutralen Bewertung für diesen Roman: Ich würde das Buch mit
4,5 Sternen bewerten und an eine bestimmte Gruppe der Leserschaft
empfehlen. Die Beschreibung und das Cover vermitteln sehr gut den
Eindruck, was man unter diesem Werk erwarten darf. Auch die Leser dieser
bekannten Autorin würden mit dem Roman sehr zufrieden sein. 
Meine
persönliche Empfindung und Bewertung: Diese Geschichte hat mich sehr
gut unterhalten. Die bleibt vermutlich nicht in Erinnerung, doch ich
möchte sehr gerne wissen, wie es weiter geht. Von mir gibt es
4 Sterne.