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 Gray, David - Instinct – Der Tod in den Wäldern

Erzählt wird eine dystopische Geschichte aus Europa in 100 Jahren. Die Menschheit will das Klima retten und errichtet dafür große Naturreservate, die nur für die Mitarbeiter, Hüter der Wälder und Parks, zugänglich sind. Menschen haben sich zum Leben in die modernen Metropolen zurückgezogen. Die Hauptdarstellerin der Geschichte Elena wird befördert und in einem Naturreservat als Wildhüterin an der Nähe zu der polnischen Grenze eingesetzt. In einem überwiegend männlichen Team wird es deutlich, dass auch in 100 Jahren es eine unterschiedliche Behandlung von Frau und Mann im Beruf und im Leben gibt. Aber das nur noch so am Rande. Die Aufgabe des Teams ist das Überwachen der Wildpopulationen und Kampf mit den Wilderern. Außerdem ist vor vier Jahren ein Teammitglied verschwunden, sein Verschwinden wirft immer noch Fragen auf, sodass Elena und ihr Kollege Antworten auf das Rätsel zu finden hoffen. 

Die Thematik des Romans fand ich sehr ansprechend, auch die sprachliche Anpassung an die neu dazugekommenen Wörter, Begriffe und Ausdrücke war durchaus interessant. Als Leser braucht man jedoch einen Moment, bis man sich mit den Begriffen vertraut gemacht hat. Zusätzlich kurze Erwähnungen über das Leben in der Zukunft, in der Metropole, religiöse Eigenheiten, neue Musik- und Modetrends fand ich sehr unterhaltsam. Allerdings hätte ich diese Themen ausführlicher begrüßt. Was mir jedoch nicht zugesagt hat, war die langsame Entwicklung der Geschichte. Bei dreihundert Seiten hätte der spannende Teil der Story viel eher beginnen sollen. Doch so auch nach 150 Seiten fand ich die Entwicklung viel zu gemächlich und ohne ausdrücklicher Spannung. Durchaus interessante Idee zu dem Roman und für Liebhaber der Thematik auf jeden Fall ein Gewinn.
 

 John Ironmonger - Der Eisbär und die Hoffnung auf Morgen

Über den Autor:

John Ironmonger kennt Cornwall und die ganze Welt. Er wuchs in Nairobi auf und zog im Alter von 17 Jahren mit seinen Eltern in den kleinen englischen Küstenort, aus dem seine Mutter stammte. John promovierte in Zoologie; nach Lehraufträgen wechselte er in die internationale IT-Branche. Schon immer hat er geschrieben; seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt. Inspiriert zu »Der Wal und das Ende der Welt« haben ihn unter anderem die biblische Geschichte von Jonas und dem Walfisch, das Werk des Gesellschaftsphilosophen Thomas Hobbes, Jared Diamonds Sachbuch »Kollaps« und viele andere Quellen der Phantasie und des Zeitgeschehens. John Ironmonger lebt heute in einem kleinen Ort in Cheshire, nicht weit von der Küste. Er ist mit der Zoologin Sue Newnes verheiratet; das Paar hat zwei erwachsene Kinder und zwei kleine Enkel. John Ironmongers Leidenschaft ist die Literatur – und das Reisen auf alle Kontinente.

Kurzbeschreibung:

 In dem gemütlichen Pub eines winzigen Fischerdorfes in Cornwall kommt es am Mittsommerabend zu einer folgenreichen Zukunftswette zwischen einem Studenten und einem Politiker. Werden bald auch die 307 Bewohner des Dorfes zu spüren bekommen, wovor die Welt noch die Augen verschließt? Wird das Haus des Politikers in 50 Jahren vom Meer verschlungen werden? John Ironmonger erzählt von der dringendsten Aufgabe unserer Zeit, von einer Reise in die Arktis, von zwei schicksalhaft verbundenen Leben und nicht zuletzt von der großen Frage: Können aus Gegnern Verbündete werden, wenn es um unser aller Zukunft geht?

Meine Gedanken zu dem Roman:

Die Geschichte ist denkbar einfach: Alles beginnt mit einer Wette. Gegenstand dieser Wette zwischen dem jungen Studenten Tom und dem Klimawandelleugner und Politiker Causley, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die Erzählung umfasst viele Jahre, im Grunde genommen ein Menschenleben. Klimawandel ist DAS Thema dieses Romans. Die Charaktere sind absolut glaubhaft dargestellt: sowohl die Klimaaktivisten als auch die Politiker und Medien. 

Erschreckend viele Parallelen gibt es in dieser Geschichte mit unserer aktuellen Zeit. Die Stimmung ist sehr drückend, düster und leider, hoffnungslos. Wobei der Titel lässt, was anders vermuten. Ich habe den Roman dennoch als sehr deprimierend erlebt. Die beschriebene Probleme der Klimawandel sind gut getroffen, und aus der Realität nicht mehr wegzudenken, doch die Grundstimmung empfand ich als belehrend. Was mir selbstverständlich nicht so gut gefallen hat. Doch dies ist nur ein kleiner Kritikpunkt zu dieser Geschichte, alles in allem fand ich den Roman sehr gut.

Ich habe das Buch als Hörbuch genießen können. Und kann mir sehr gut vorstellen, dass die Bewertung bei einem Hörbuch höher ausfällt, denn der Sprecher dieses Hörbuch, Johann von Bülow, hat es sehr gut gemacht. Er konnte sowohl die Charaktereigenschaften der Protagonisten durch seine Stimme betonen, als auch die Stimmungen lebhaft und glaubhaft vortragen. Das Hörbuch dauert über 10 Stunden und ist ungekürzt. Sehr zu empfehlen.

 T.C.Boyle - Blue Skies

Über den Autor:

T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, die in vielen Sprachen übersetzt wurden. Bis 2012 lehrte er Creative Writing an der University of Southern California in Los Angeles.

Kurzbeschreibung:

 Der Countdown zur Apokalypse läuft: Kalifornien geht in Flammen auf, Überschwemmungen bedrohen Florida. „Der Planet stirbt, siehst du das nicht?", wirft Cooper seiner Mutter vor, die ihre Küche gehorsam auf frittierte Heuschrecken umstellt. Heftige Diskussionen gibt es auch mit Schwester Cat. Sie hat sich als Haustier einen Tigerpython namens Willie angeschafft, die sie sich wie ein glitzerndes Juwel um die Schultern hängt. Die Frage nach dem Verhältnis zur Umwelt geht wie ein Riss durch die Familie, bis eines Nachts Willie aus dem Terrarium verschwindet. Mit „Blue Skies“ hat T.C. Boyle den ultimativen Roman über den Alltag in unseren Zeiten geschrieben. Unheimlich, witzig und prophetisch.

Meine Gedanken zu dem Roman:

Der neue Roman von T.C.Boyle lässt sich wie gewohnt sehr gut lesen. Gelungene Lektüre zu den aktuellen Themen. Die Leser, die seine Romane gern lesen, werden auch diesmal nicht enttäuscht sein. Wie man den Autor kennt, ist er kein Freund von Wohlfühlgeschichten, seine Besonderheit ist, die schwierigen Themen anzusprechen, wobei er keine Wertung den Geschehnissen gibt, sondern dem Leser überlässt zu entscheiden, was er bei der Geschichte fühlen möchte. 

In dem Roman "Blue Skies" gibt es einen zentralen Satz, um den sich die ganze Handlung dreht. Einer der Protagonisten sagt: "Die Natur hat sich gegen uns gewendet". Und genau darum geht es in diesem neuen Roman. Es geht um die Klimakatastrophe, es geht um den Klimawandel, und um die Menschen, die dagegen nichts unternehmen können.  

Der Roman spielt sich auf zwei Orten ab:  während in Kalifornien größte Dürre und unerträgliche Hitze herrscht, und es bald Wüstenwetter herrschen würde, wird Florida überflutet und kann sich von den unendlichen Regen nicht schützen. Dazu kommen große Stürme und Hurrikans. Die Natur spielt verrückt. Und die Menschen sind machtlos. Die Insekten sterben aus, oder überfallen die Menschen in unglaublichen und unkontrollierten Maßen. Auf diesem Hintergrund beschreibt Boyle das Leben einer Familie, deren Mitglieder sich langweiligen, sich fanatisch einem Thema verschreiben, suchen Geltung in den Social-Media, feiern endlose Partys, trinken Alkohol, um sich zu betäuben und um die Sinnlosigkeit zu überstehen. Eine Katastrophe jagt die nächste, nicht nur Natur spielt verrückt, auch diese Familie erlebt ein völliges Chaos, wo ein Trauerfall nach dem anderen geschieht. 

Wie immer präsentiert der Autor seine Figuren distanziert. Auch in diesem Roman überlässt er dem Leser zu entscheiden, was er dabei fühlt und denkt. Erschreckend fand ich, dass das Szenario, auch wenn es überzogen dargestellt worden ist, durchaus sehr nahe der Realität ist. Ich konnte durchaus so eine Familie, mit all den Ereignissen, in der Realität vorstellen. 

Der Roman ist eine gelungene Gesellschaftssatire, die ich leider nicht komisch fand, denn zu ernst sind die Fragen und Themen, die hier betrachtet werden. "Blue Skies" ist zu pessimistisch, um dabei lachen zu können. Mit diesem Roman hat T.C. Boyle auch diesmal einen Treffer gelandet. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich würde die unbedingt, nicht nur an Fans von Boyle, empfehlen. Von mir gibt es 4 Sterne.