Trope, Nicole - Die Pflegefamilie

Nicole Trope erzählt in ihrem Roman die Geschichte einer unglücklichen Frau Elisabeth, die in ihrer Ehe gefangen ist. Seit zwanzig Jahren mit einem Mann verheiratet, der gefährlich und gewalttätig ist. Seine Ausbrüche kommen unangemeldet und mehren sich mit den Jahren. Was mit psychologischer Gewalt und verbalen Missbrauch beginnt, endet in den körperlichen Übergriffen. Doch dies hält die Hauptprotagonistin des Romans nicht davon ab, weiterhin mit ihm verheiratet zu sein und ihr Unglück von der ganzen Welt aus Scham zu verbergen. Da Elisabeth sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Kind zu haben, versuchen sich die beiden als Pflegeeltern. Und eines Tages führt das Schicksal den kleinen Joe zu ihren. Ein aufgeweckter, lieber Junge im Alter von fünf Jahren. Elisabeth schließt den Jungen gleich ins Herz und hat große Angst ihn zu verlieren, was unweigerlich passieren würde, falls die Wahrheit über das Verhalten ihres Mannes ans Tageslicht kommt. Eine dramatische und zutiefst tragische Geschichte beginnt...

Bei dem Roman "Die Pflegefamilie" handelt es sich um einen Psychothriller, der für mich eher wie ein Drama wirkt. Unerwartet intensiv erlebte ich die Geschichte von Elisabeth und Joe. Ein fesselnder Pageturner mit vielen unerwarteten Wendungen. Mich hat die Geschichte emotional sehr stark angesprochen. Das Thema: Häusliche Gewalt wird viel zu oft verschwiegen und nicht in die Öffentlichkeit getragen, dabei ist das Leben von Opfer der häuslichen Gewalt voller Tragik, Hilfslosigkeit und Schmerz. Die Charaktere wirkten auf mich authentisch, obwohl ich das Verhalten der Hauptprotagonistin nur bedingt nachvollziehen konnte. Das Verharren in der Ehe mit diesem charmanten Ungeheuer, ist schwer zu begreifen. Doch in der realen Welt ist dieses Verhalten durchaus bekannt. Die Situation, die in dem Roman beschrieben wird, nimmt den Leser unweigerlich gefühlsmäßig mit. Es gab viele Momente, dass mir die Luft zum Atmen von Empörung und Wut, weggeblieben ist.  Der Roman ist aus der Sicht mehrerer Personen geschrieben und es gibt Rückblenden in die vergangenen Tage, die Schritt für Schritt zu mehr Verständnis des Höhepunkts der Geschichte führen. Die Handlung besticht weniger mit Action, viel mehr mit subtiler Psychologie und dem Gefühl des drohenden Unheils. Mir hat der Roman überraschend gut gefallen.

2 Kommentare:

Volker Kaiser hat gesagt…

Eine gut durchdachte und hilfreiche Rezension, die mich anspricht. Du hast die Schwerpunkte klar und präsize benannt. VG Volker

Emilie hat gesagt…

Lieber Volker, das freut mich sehr, dass dir meine Meinung zu dem Buch weiterhilft.
Liebe Grüße